Es ist zwangsläufig: Wenn gesprochene Sprache zum IT-Kommunikationskanal wird, dann kann man es auch hacken. Ein Nachrichtensprecher sagt einen Satz im Fernsehen, und in den Wohnungen fangen die Alexa-Boxen an, selbständig Puppenhäuser zu bestellen. Dann sind wir an dem Punkt, an dem die Radio- und Fernsehwerbung laufender Fernseher und Radios gleich selbst der Alexa-Box die Befehle zum Bestellen des eigenen Produkts zuruft. Oder Geheimdienste oder Rechteinhaber in Filmen Informationen unterbringen, die sowas auch auslösen. Muss ja nicht mal eine Bestellung sein, das können ja auch unhörbare akustische Signale sein, die Meldungen auslösen. Akustisches Wartermarking. Beim Kunden X wurde Star Wars 7 auf irgendeinem Gerät abgespielt. Also mal prüfen, ob er eine Lizenz erworben hat. Oder in Abwesenheit der Bewohner einfach mit dem Lautsprecher (oder Körperschallsprecher) oder vielleicht ein gehacktes Radio Dinge bestellen. (Oder per Spracherkennung diktierte Kommentare in irgendwelchen Foren posten.) Vielleicht auch einfach zuhören, was in der Wohnung passiert. Und sei es auch nur, um passende Werbung zu schicken (Kondome, Kindernahrung, Urlaubsreisen). Es geht doch alles um personalisierte Werbung. Da lohnt es, wenn man die in der Wohnung gesprochenen Worte kennt. Personenfahndung wär auch nicht schlecht. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-Echo-Nachrichtensprecher-loest-Massenbestellung-aus-3591039.html Amazon Echo: Nachrichtensprecher löst Massenbestellung aus heise online 08.01.2017 14:15 Uhr Thomas Kaltschmidt vorlesen Die Sprachassistentin Alexa arbeitet bislang noch sehr bestellfreudig, laut Amazon soll das System jedoch lernfähig sein. Ein harmloser Satz eines Nachrichtensprechers hat gereicht, um die Sprachassistentin Alexa in Amazons Echo zu verwirren und viele unfreiwillige Puppenhaus-Bestellungen auszulösen. Der Nachrichtensprecher Jim Patton hat in der US-News-Sendung CW6 in San Diego eine Serie von Bestellungen bei Amazon ausgelöst. Dabei wollte er eigentlich nur über das kleine Mädchen berichten, das mit der Sprachassistentin Alexa in Amazons intelligentem Lautsprecher Echo kommunizierte und dabei versehentlich die Bestellung eines Puppenhauses und kiloweise Keksen auslöste. Nachrichtensprecher Jim Patton von CW6 wollte eigentlich nur berichten. Nachrichtensprecher Jim Patton von CW6 wollte eigentlich nur über die Fehlbestellung berichten. Vergrößern Bild: CW6 In der Nachrichtensendung sagte er den Satz "Ich liebe dieses kleine Mädchen, wie sie sagt 'Alexa hat mir ein Puppenhaus bestellt'". Das reichte offenbar schon aus, damit Alexa bei den zuschauenden Haushalten hellhörig wird. Kurz darauf gingen zig Beschwerden beim Sender ein: Zuschauer berichteten, dass ihre Echo-Box versucht habe, ein Puppenhaus zu kaufen. Technisch lässt sich das recht einfach erklären. Die Spracherkennung von Echo aktiviert sich mit den Schlüsselwörtern Alexa, Echo oder Amazon, den Rest des Satzes hat Echo als Kommando interpretiert. Ein aus sieben Mikrofonen bestehendes Array sorgt dafür, dass das Gerät auch leise gesprochene Sprachbefehle gut versteht. Die Echo-Ersteinrichtung ist schnell erledigt: Netzteil anschließen und das Gerät mit dem persönlichen Amazon-Konto und übers WLAN mit dem Internet verbinden – schon hört Alexa zu. Die Kauf-Option ist im Echo standardmäßig aktiviert, sie lässt sich jedoch ausschalten. Alternativ kann man eine PIN hinterlegen, mit der jeder Kauf bestätigt werden muss. Die gute Nachricht: Alle Bestellungen lassen sich kostenfrei stornieren oder zurücksenden.