Ich habe mir in den letzten Tagen sehr schwer getan dieses Buch von Anne zu lesen. Zum einen, weil ich persoenlich erfahren habe wie sich der digitale Mob, der sich im Dunstkreis der Autorin bewegt, gegenueber Kritikern verhaelt und zum anderen, weil ich fuer mich persoenlich glaube mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Vorurteile habe ich, ja und die basieren auf der Art und Weise wie Anne Wizorek sogar versuchte zukuenftige Auftritte von mir auf Konferenzen zu unterbinden, zum Boykott aufzurufen und damit zeigt, wie sehr diese Szene zum Dialog bereit ist. Genau dies erklaert auch "Weil ein Aufschrei nicht reicht". Ausfuehrungen eines traumatisierten Teenagers, der sich im Koerper einer Frau wiederfindet die bereits die 30 ueberschritten hat. Der naive und immer wieder gewollt provokante Erzaehltstil ist nicht nur anstrengend, Anne nimmt den wenigen eigenen Argumenten auch das Momentum und die Wucht, die sie eigentlich erzeugen will. Das ist schade, denn so verpufft dieses Buch wie das vermeintliche Phaenomen Aufschrei, welches analysiert ein initiierter Hype war, der statistisch gesehen von einer Filterblase erzeugt aber zu einem Meme hochstilisiert wurde. Die Reichweite von #aufschrei war nicht mehr und nicht weniger als ein grosser Fake und an dessen Spitze sitzt nun die selbsternannte Beraterin fuer digitale Medien, Gruenderin, Sprecherin und Autorin Anne Wizorek. Radikaler Feminismus und dessen Auswuechse sind ein Geschaeft und genau dieses bedient Wizorek mit diesem Buch. Das kann man durchaus als legitim ansehen und die gut 300 Seiten versuchen zu verdauen oder man kann es bleiben lassen. Es ist immer(!) gut kontraere Meinungen zu erfahren und damit den Gegenueber besser zu verstehen um den eigenen Horizont zu erweitern... das ist uebrigens genau das, was Wizorek nicht moechte. Sie liest nach eigenen Angaben keine Kritiken und Kommentare, sondern laesst sich lieber in der eigenen Filterblase der vielleicht 50 freien radikalen Digital-Fems in Deutschland bebauchpinseln. Was mich mehr oder weniger wieder zurueck zu meiner anfaenglichen These kehren laesst. Anne gibt sich und wirkt wie eine dickkoepfige 13-jaehrige, die nach der ersten Klassenfahrt ins grosse Berlin glaubt die Welt zu kennen. Naiv, unverbesserlich aber auch voller Energie. Letztere ist leider sehr destruktiv und baut keine Bruecken. Ihr Maenner da draussen habt "verkackt" und wenn du ein Verbuendeter sein moechtest, dann hast du zuerst einzusehen dass du schuldig bist, denn letztendlich baumelt da ein Penis zwischen deinen Beinen. "Weil ein Aufschrei nicht reicht" ist ein Buch voller Hass aber auch Angst, welches ich nur jedem empfehlen kann der in die Gedankenwelt eines Luftblasen-Hypes eintauchen moechte und verstehen will, wie diese radikalisierte Szene tickt. Statements wie: "Wir wollen radikale Veränderungen. Das muss Leute anpissen.” und “Solche Attacken sollen die Betreffenden zum Schweigen bringen. Ziel ist, sie mit so viel Hass zu überschütten, dass sie es am Ende bereuen, sich öffentlich geäußert zu haben." sind bezeichnend fuer den von Wizorek angefuehrten digitalen Mob. Geht man nicht mit der Meinung der Twitter-Feministinnen konform, wird geblockt, gedroht und diskreditiert. Ein Buch von und fuer die Filterblase einer Szene, die sich von den Vorkaempferinnen der 60er und 70er nicht emanzipieren konnte und nun frustriert die gleichen Parolen aufwaermt ohne zu erkennen, dass sich der Rest der Gesellschaft inzwischen weiterentwickelt hat.