- Für die bereits Erfolgreichen ist Erfolg kein Thema. Sie wissen, was sie können und wert sind und bekommen tagtäglich, und das meist schon von frühester Kindheit an, die Bestätigung: "Du bist gut, sehr gut sogar - mansieht es doch!".
- Daß man trotz Talenten und Hochbegabung keinen Erfolg haben könnte, verstehen die Erfolgreichen nicht. Dann ist das Talent eben nicht groß genug, meinen sie.
- Aber so einfach ist es nicht.
- Ein heikles Thema
- Offenbar ein heikles Thema: ERFOLG. Ich bekam sehr empörte Reaktionen auf meinen SELBST-TEST: "Bin ich hochbegabt?", weil ich dort (im Buch "DAS DRAMA DER HOCHBEGABTEN") an erster Stelle drei prominente Erfolgskriterien als Hinweis auf Hochbegabung vorstellte:
- ° Abgeschlossenes Hochschulstudium
- ° Promotion
- ° Hohes Einkommen (so um die 50.000 € aufwärts)
- Mich hat diese Empörung zunächst verwundert - sind es doch nur drei von rund 100 Kriterien für bzw. Merkmalen von Hochbegabung. In einer Einzelberatung wurde mir dann klar, daß gerade Underachiever - die ja (noch) keinen ihrem Talent-Potenzial angemessenen Erfolg aufzuweisen haben - hier tief verletzt sind. Zu Recht, wie ich inzwischen verstehe, denn die Hinderungsgründe sind:
- ° vielschichtig (und entsprechend schwer zu durchschauen)
- ° haben ihre Ursachen nicht selten in der frühesten Kindheit (und sind deshalb zum Gutteil gar nicht bewußt)
- ° und da das Versagen ohnehin am Selbstwertgefühl nagt, ist man hier natürlich besonders empfindlich, wenn solche Erfolgs-Kriterien gleich an erster Stelle genannt werden.
- Dennoch führt amThema kein Weg vorbei. Im Innersten weiß nämlich jede(r) Hochbegabte um sein / ihr Potenzial an Talenten und wünscht sich nichts sehnlicher, als diese (Hoch-)Begabungen zu realisieren - also Erfolg damit zu haben und entsprechendes Einkommen.
- Drei Grundtypen
- 1. Die Erfolgreichen
- 2. Die Versager (Underchiever)
- 3. Die Spätenwickler
- Diese drei Typen findet man natürlich auch bei Normalbegabten. Aber bei Hochbegabten sind sie viel intensiver ausgeprägt, habe ich den Eindruck.
- Trotz und Verweigerung als Kernproblem der Erfolglosen
- Meine langjährige Arbeit mit Underachievern hat mir gezeigt, daß das Kernproblem der Erfolglosen eine sehr früh erworbene Verweigerungshaltung ist. Die wird sehr treffend in der Fabel vom Fuchs und den Trauben beschrieben: "Die Trauben sind mir doch viel zu sauer", sagt der Fuchs - aber in Wahrheit hängen sie zu hoch.
- Im Zentrum der Verweigerung steckt eine Nuß, die äußerst schwer zu knacken ist, oft auch nicht durch eine Psychotherapie: Die Grundeisntelluung: "Ich will gar keinen Erfolg haben. Brauch ich nicht."
- Das wird nicht selten flankiert durch Sozialneid und Wut auf das Scheiß-Establishment: "Mit denen mach ich mich doch nicht gemein!"
- Oder man sagt ganz cool: "Ich weiß ja, daß ich talentiert bin - wozu also die ganzeaufregng, sich anzustrengen für Erfolg und Leistung?"
- Daß man trotzdem ein Versager ist und liebend gerne Erfolg (und entsprechendes Einkommen hätte) - sich dies einzugestehen, wäre der ersteSchritt zu einer Verbesserung der Situation. Aber genau dies läßt sich aus so einer massiv betonierten Verweigerungshaltung heraus kaum verwirklichen.
- Der erste Schritt zur Veränderung ist: Sich einzugestehen,daß man denErfolg nicht nur haben will, sondern dringend braucht. Schon um endlich ein besseres Selbstwertgefühl zu bekommen. Sich zu sagen, immer wieder:
- "Ja, ich will Erfolg haben. Und ichl will etwas dafür tun".
- Dieser Schritt ist der allerschwierigste und so ungeheuer schwer zu realisieren, weil er so tief in der Persönlichkeit einbetoniert ist und man genau spürt, daßes nur der erste von tuasend Schritten ist, die getan werden müssen. Aber wenn er einmal getan wurde, dann kann man nach und nach auch die nötigen nächsten 999 Schritte machen - und mit jedem winzigen Erfolg irgendwann den GROSSEN ERFOG erzielen.
- Nicht wenige Underachiever rutschen in eine Drogenabhängkeit, weil sie Alkohol oder das noch weit problematischere Cannabis (s. CANNABIS vs. ALKOHOL) für eine Art Medikament halten,das ihre Unlustgefühle dämpft - was ja aucheineWeile ganz gut funktioniert. Nur müssen dann noch einige schwere Schritte zusätzlich getan werden: Grundsätzlicher Verzicht auf die Droge (was die Einsicht in den Charaker der Selbstmedikation voraussetzt und ein Loslassen der tollen Lusterfahrungen oder wie immer man sie empfunden hat) undeinsich Hocharbeiten auseinem Existenzniveau "unter normal".
- Arbeit mit den Spätentwicklern
- Underachiever sind verdammt harte Nüsse zum Knacken - gerade weil sie hochbegabt sind setzen sie all ihre Talente ein, um den Status quo als Underachiever nicht aufgeben zu müssen, indem sie sich eingerichtet haben. Viel leichter und erfolgversprechender ist da die Arbeit mit den Spätentwicklern.
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