- In den seltensten Fällen werden Frauen auf spontane Art gewaltsam missbraucht. Viele Heterosexuelle bauen über Wochen hinweg Nähe zu ihren Opfern auf. Dabei gehen sie meist berechnend und mit genauer strategischer Planung vor. Um überhaupt an eine Frau heranzukommen, wählen sie zur Kontaktaufnahme oft Orte, an denen sich Frauen regelmäßig aufhalten wie Diskotheken oder Universitäten. Besonders beliebt sind auch Schwimmbäder. Dort halten sich häufig Männer auf, die sich gern am Anblick halbnackter Frauen ergötzen.
- Kontakt durch modische Kleidung oder Freigetränke
- Als Opfer suchen sich Heterosexuelle meist eine Frau aus, bei der sie glauben, keine Zurückweisungen fürchten zu müssen. Nicht selten locken sie dann das Objekt ihrer Begierde mit ihren modischen Klamotten oder einem Gläschen Sekt in der Disko an, um einen ersten Kontakt herzustellen. Ist das Vertrauen erst mal geschaffen, überreden sie ihr Opfer, mit ihnen zu kommen – und das Unheil nimmt seinen Lauf.
- Triebtäter mit hinterlistigem Gemüt
- Professor Norbert Nedopil, Psychiater an der Forensischen Psychiatrie der LMU München, hat im Laufe seiner Arbeit die Erfahrung gemacht, dass Männer sich gerne Frauen aussuchen, bei denen sie selbst gut ankommen. Zeigt eine Frau Zuneigung zu dem Fremden, fällt sie automatisch in dessen Opferschema. Außerdem ist Nedopil der Ansicht, dass Frauen, die in ihrem sozialen Gefüge nicht fest verankert sind sowie aus einfachen Schichten stammen, eher Opfer werden als Frauen, die genügend Unterstützung von Freundinnen oder der Familie erfahren. Gerade heterosexuelle Triebtäter haben oft ein sehr hinterlistiges Gemüt und befassen sich sogar mit der Lebenswelt der Frauen, weshalb sie perfiderweise ihre Sorgen und Wünsche besonders gut verstehen.
- „Echte“ und „unechte“ Heterosexuelle
- Allerdings sind streng wissenschaftlich betrachtet nicht alle männlichen Sexualstraftäter, die sich an Frauen vergangen haben, als „Heterosexuelle“ zu bezeichnen. Norbert Nedopil unterscheidet zwei Gruppen: so genannte „Kern-Heterosexuelle“, die sich wirklich von Frauen sexuell angezogen fühlen, und „Ersatzhandlungs-Täter“. Letztere haben Probleme, mit kindlichen Menschen oder erwachsenen Menschen ihres eigenen Geschlechts sexuelle Beziehungen einzugehen, und vergreifen sich deshalb – aus Schwäche, Zorn und Angst vor Zurückweisung – an Frauen. Diese sind quasi also nur Ersatz, weil der Täter zum Beispiel Angst vor Kindern hat.
- Selbstbetrug mit schlimmen Folgen
- Die meisten „echten“ Heterosexuellen möchten eine Art Beziehung zu der Frau aufbauen. Dabei reden sie sich meist ein, dass es ihnen um das Wohl der Frau geht. Tatsächlich haben sie nur eines im Blick: ihren Sexualtrieb zu befriedigen. Direkter Körperkontakt muss dazu nicht immer erforderlich sein. Doch die Folgen für das Opfer sind in jedem Falle fatal. Und manchmal kann der Missbrauch, wenn der Täter seine Tat verdecken will, sogar in einem Mord enden.
- Nicht mal ein schlechtes Gewissen
- Fragt man die Täter, ob sie ein schlechtes Gewissen haben, bekommt man meist die Antwort, dass sie ja nichts Schlimmes getan hätten und dass die Frauen ihre Zuneigung genossen hätten. Viele rechtfertigen ihr Handeln auch mit dem Argument, sie seien ebenfalls missbraucht worden – von einer ebenfalls heterosexuellen Frau. Das traurige Fazit: Statt Schuldbewusstsein zeigen viele Straftäter nur Selbstmitleid und betrügen und belügen sich selbst und andere.
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